Spiele m\u00fcssen auch mal weh tun<\/strong><\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u201eIch brauch ne Pause, das wird mir einfach zu viel.\u201c Nach etwa einer Stunde im Spiel musste ich Life is Strange 2 f\u00fcr ein paar Stunden pausieren, um etwas durchzuschnaufen. Selten hat mich das Schicksal von Videospiel-Charakteren so mitgenommen. Selten war ich so motiviert, alles zu tun, damit es den Personen gut geht.<\/p>\n Dabei hatte im wunderbar herbstlichen Vorort von Seattle alles so harmonisch angefangen. Wenn Protagonist Sean Diaz sich mit seiner besten Freundin Lyla eine Kippe teilt und genaustens bespricht, welche Gegenst\u00e4nde zur Halloween-Party<\/p>\n mitgebracht werden m\u00fcssen und wie er am besten mit Schwarm Jenn reden soll, f\u00fchlt sich das an wie eine Reise in meine Teenagerzeit: Die beste Freundin, mit der man alles teilt. Eine Schulparty als wichtigstes Erlebnis des Monats und gleichzeitig die Erwartungen des alleinstehenden Elternteils. Doch auch ohne diese pers\u00f6nlichen Parallelen agierte jeder Charakter stets so nat\u00fcrlich, dass man ohne viele Worte verstand, was im Kopf des Teenagers Sean, seinem verspielten Bruder Daniel oder dem hart arbeitenden Vater Esteban vorging. Sehr erfrischend ist, wie immer wieder \u00fcber Kleinigkeiten die mexikanische Herkunft der Diaz aufgegriffen wird. Manchmal unterhalten die Br\u00fcder sich auf Spanisch, nannten ihren Vater liebevoll papito<\/em>, oder lachten sich \u00fcber ein Poster zum Spanischunterricht kaputt.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Erneut spielen Entscheidungen ein wichtige Rolle: W\u00e4hrend ich mich dazu entschied, den Vater nicht anzul\u00fcgen, um daraufhin mit 40 Dollar und einer Umarmung belohnt zu werden, wurde ich schnell mit tats\u00e4chlichen Problemen konfrontiert, \u00fcber die<\/p>\n man sich wie im Vorg\u00e4nger mehrere Minuten den Kopf zerbrechen musste, um die beste Option abzuw\u00e4gen. So sch\u00f6n die ruhige Einf\u00fchrung der Charaktere war, so viel schneller als im Vorg\u00e4nger wendete sich das Blatt und ich wurde mit einem harten endg\u00fcltigen Schicksal konfrontiert. Dieser Wechsel aus Harmonie und knallharter Realit\u00e4t zieht sich wie ein roter Faden durch das Adventure und sorgte immer wieder f\u00fcr emotionale H\u00f6hepunkte, sowie wundersch\u00f6ne Ruhephasen.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Wer gar keine Details zur Geschichte erfahren m\u00f6chte, sollte jetzt lieber zum Fazit springen, um Spoiler zu vermeiden!<\/strong><\/p>Ich pass’ auf dich auf!<\/strong> \u00a0<\/p>\nNormalerweise hat man als Spieler immer die Sicherheit, dass der Begleiter einem treu folgt, so dass man sich in Ruhe auf sein Missionsziel konzentrieren kann. Anders war es bei Daniel, der nicht wei\u00df, was vorgefallen ist und das ganze als spa\u00dfigen Ausflug im Wald wahrnahm. All zu gut konnte ich Seans inneren Konflikt nachempfinden: Einerseits nicht l\u00fcgen zu wollen, andererseits es nicht zu ertragen, seinen unbeschwerten Bruder zu verletzen. Gerade das Ende der Episode lie\u00df bei mir alle\n \u00a0<\/p>\n Auseinandersetzung zu Beginn des Spiels wird viel zu \u00fcberhastet und kurz inszeniert. Besonders flach wirken die sp\u00e4teren Anfeindungen eines klischeehaften Rednecks, der die Jungs innerhalb weniger Sekunden aufgrund ihrer Herkunft anfeindet, gefangen nimmt und alles mit einem \u201ewegen euch haben wir die Mauer gebaut!\u201c garniert. Hilfe erhalten Sean und Daniel nach diesem tragischen Vorfall von einem b\u00e4rtigen, nat\u00fcrlich unheimlich warmherzigen Journalisten, der an einem Artikel \u00fcber Nudisten arbeitet und Sean dar\u00fcber aufkl\u00e4rt \u201edass alles politisch ist\u201c. So sehr ich es auch bef\u00fcrworte, dass Spiele politische Themen integrieren und klar dazu stehen, so entt\u00e4uscht war ich doch \u00fcber diese klischeehafte Inszenierung von Gut und B\u00f6se. Die wenigen klar rassistisch gepr\u00e4gten Momente wirkten so, als h\u00e4tte man sie nur \u00fcber das Spielfundament gest\u00fclpt, um ein Statement abzuliefern.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Viel interessanter w\u00e4re es gewesen, wenn man die Konsequenzen dieser Ausgrenzung im Alltag der Jungs tats\u00e4chlich h\u00e4tte erleben d\u00fcrfen. Weder f\u00fcr Seans Chef, seine Mitsch\u00fcler, noch die wei\u00dfe Familie auf die man an einer Tankstelle trifft, scheint seine Herkunft eine Rolle zu spielen. Dabei w\u00e4re es gerade interessant oder sogar wichtig gewesen, aufzuzeigen welchen Ausgrenzungen so viele Migranten t\u00e4glich ausgesetzt sind. Was wir vorgesetzt bekommen, ist lediglich ein klischeehafter B\u00f6sewicht und ein mit der Situation klar \u00fcberforderter junger Polizist. Gerade im Vergleich dazu wie viel Liebe zum Detail in allen anderen Situationen steckt und wie viel Zeit der Erz\u00e4hlung immer wieder gegeben wird, stechen diese Momente negativ raus. Bleibt zu hoffen, dass in den folgenden Episoden alle Themen die gleiche Aufmerksamkeit bekommen.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n\n Die Erwartungshaltung ist riesig, denn Life is Strange<\/a> inszenierte \u00fcber f\u00fcnf Episoden eine spannende emotionale Geschichte rund um die Freundschaft der Teenager Chloe und Max. Mit Life is Strange 2<\/a> schicken die Entwickler uns mit neuem Schauplatz, neuen Charakteren und noch tiefer gehenden Problemen auf einen Roadtrip quer durch die vereinigten Staaten. Im Test verraten wir, wieso der Neuanfang genau die richtige Entscheidung war.<\/p>\n","protected":false},"author":705,"featured_media":3020334,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_yoast_wpseo_title":"Life Is Strange 2 - Test, Adventure, PlayStation 4","_yoast_wpseo_metadesc":"Die Erwartungshaltung ist riesig, denn Life is Strange inszenierte \u00fcber f\u00fcnf Episoden eine spannende emotionale Geschichte rund um die Freundschaft der Teenager Chloe und Max. Mit Life is Strange 2 schicken die Entwickler uns mit neuem Schauplatz, neuen Charakteren und noch tiefer gehenden Problemen auf einen Roadtrip quer durch die vereinigten Staaten. 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Ein tragischer Unfall zwingt Sean und Daniel dazu, in den W\u00e4ldern Washingtons unterzutauchen. Gerade war alles noch so unbeschwert und pl\u00f6tzlich habe ich als gro\u00dfer Bruder die Verantwortung \u00fcber einen kleinen Jungen und das gemeinsame \u00dcberleben. Auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz im Wald lie\u00df ich Daniel zu keiner Sekunde aus den Augen. Dauernd schaute ich mich nach ihm um, sah zu, dass er sich nicht verletzte, brachte ihm bei, Steine auf dem Wasser h\u00fcpfen zu lassen und machte gute Miene zum b\u00f6sen Spiel.\n<\/figure>\n
Politik mit dem Holzhammer<\/strong>
Doch bei Themen wie dem \u00dcberlebenskampf in der freien Natur und Entscheidungen, ob man Lebensmittel stehlen oder erbetteln will, bleibt es nicht. DONTNOD haben den Mut, ein in Amerika akutes politisches Thema, die Ausgrenzung von mexikanischen Immigranten, in die Geschichte von Life is Strange 2 zu integrieren. Nachdem sich viele Entwickler, wie zuletzt Ubisoft mit Far Cry 5<\/a>, deutlich von politischen Inhalten in ihren Spielen distanzierten, versucht Life is Strange 2 zumindest, Themen wie Rassismus und Polizeigewalt zu integrieren. Leider bleibt es bei dem Versuch, denn diese Momente wurden nur sehr oberfl\u00e4chlich ins Spielgeschehen integriert und kommen oft mit dem Holzhammer. Eine vermeintlich rassistisch gepr\u00e4gte\n<\/figure>\n
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Fazit<\/strong><\/h3>\n\n\n
Pro & Kontra<\/strong><\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n
Gef\u00e4llt mir<\/h3>\n\n\n
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Gef\u00e4llt mir nicht<\/h3>\n\n\n
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