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Zusammen mit meinem besten Kumpel fl\u00fcchte ich in einen Bunker, wo wir auf zwei junge Frauen treffen. Wie es der Zufall will, ist eine davon der bekannte Popstar Yuna, der sich unserem Tr\u00fcppchen kurzerhand anschlie\u00dft und \u00fcberraschenderweise \u00fcber sehr praktische Heilf\u00e4higkeiten verf\u00fcgt. Auf der Flucht vor den mutierten Menschen stellt sich uns dann pl\u00f6tzlich eine feindlich gesinnte, aber offenbar noch bei klarem Verstand befindliche Dame mit Darth Maul-m\u00e4\u00dfigem Doppelschwert entgegen und schneidet mir schwungvoll den Arm ab<\/strong>, nur um mich ebenso abrupt in eine Traumwelt zu bef\u00f6rdern, in der ich der gesichtslosen Frau von der Dating-App in einem Ruderboot gegen\u00fcbersitze. Die wiederum schwafelt was von meiner Aufgabe als Held, der die Welt retten<\/strong> und dabei unermesslich leiden muss, von Architekten, Umbra und DEM STEIN, der offenbar enorm wichtig sein muss, wenn er schon mit klemmender Feststelltaste eingef\u00fchrt wird.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Fangen wir doch mit dem Visual Novel-Aspekt <\/strong>von Eternights an, denn was bedeutet schon die Rettung der Welt, wenn sich endlich die Chance auf ein erf\u00fclltes Liebesleben bietet? Doch weil die Apokalypse nat\u00fcrlich ihre Spuren hinterlassen hat, ist die Auswahl an potenziellen Dating-Partnern<\/strong> \u00fcberraschend klein, wenn auch bemerkenswert progressiver als bei der eingangs erw\u00e4hnten Vorlage Persona. Neben dem Popsternchen Yuna sind auch die Wissenschaftlerin Sia, die Sportlerin Min und der unsterbliche Yohan bereit dazu, inmitten der Apokalypse H\u00e4ndchen zu halten oder feuchte Lippenbekenntnisse auszutauschen.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Abends steht es euch derweil frei, einen eurer vier Sozialwerte zu erh\u00f6hen, eure Statuswerte f\u00fcr den Kampf zu trainieren oder die zerst\u00f6rte Stadt auf der Suche nach einem hilfreichen Item zu durchk\u00e4mmen und so nicht nur euren Teammitgliedern eine Freude zu machen<\/strong>, sondern auch abermals eure Kampff\u00e4higkeiten zu sch\u00e4rfen. Letzteres klingt leider spannender als es ist: Ihr entscheidet euch, entweder die Bibliothek, das Lagerhaus oder den Supermarkt zu besuchen, und m\u00fcsst dort mit leuchtenden Stellen interagieren, um den gew\u00fcnschten Gegenstand zu finden.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Es ist der typische Fanservice<\/strong>, den vor allem Anime-Fans und Manga-Leser aus anz\u00fcglichen Romantikkom\u00f6dien, gemeinhin auch als Ecchi bezeichnet, kennen d\u00fcrften: Immer wieder ger\u00e4t der (meist m\u00e4nnliche) Protagonist in Situationen, bei denen die weiblichen Charaktere sich unabsichtlich entbl\u00f6\u00dfen oder K\u00f6rperkontakt herstellen und die, wenn denn irgendeine Handlungsabsicht und nicht reine Tollpatschigkeit dahinterstecken w\u00fcrde, als Ann\u00e4herungsversuch gedeutet werden k\u00f6nnten. Auch Eternights bedient sich dieser abgenutzten und degradierenden Mischung aus Humor und Erotik, vermischt die aber mit einer Dauergeilheit, die sich wohl nur als durch und durch pubert\u00e4r bezeichnen l\u00e4sst.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Als Parodie l\u00e4sst sich Eternights zwar nicht bezeichnen, trotzdem nimmt es sich in solchen Momenten offenkundig alles andere als ernst. Wer es genauso h\u00e4lt, der bekommt insgesamt also ein\u00a0Writing von wechselhafter Qualit\u00e4t<\/strong> geboten, denn die generische Geschichte wird von den absurd-unterhaltsamen Dialogen definitiv getragen. Und nur l\u00e4cherlich macht sich das Spiel dann auch nicht: Funkt es zwischen euch und einer der anderen Figuren, serviert Eternights tats\u00e4chlich auch mal Szenen, bei denen einem ob der Romantik so richtig warm ums Herz wird. Wer einen dummen Spruch oder ein gef\u00fchlvoll gehauchtes Liebesbekenntnis verpasst hat oder nochmal h\u00f6ren will, kann die dank Dialogverlauf <\/strong>einfach erneut abspielen \u2013 ein untersch\u00e4tztes Visual Novel-Feature, das jedes Mal lobende Worte verdient hat.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Liebe gilt zwar gemeinhin als die st\u00e4rkste Macht der Welt, trotzdem muss ich im Kampf gegen die Endzeitmonster<\/strong>\u00a0die F\u00e4uste beziehungsweise das Schwert sprechen lassen, in das ich meinen leuchtenden Arm verwandeln kann. Hier kristalliert sich auch einer der gr\u00f6\u00dften Unterschiede zur Inspiration heraus, denn im Gegensatz zu Persona setzt Eternights nicht auf ein rundenbasiertes, sondern auf ein Echtzeit-Kampfsystem. In simpler Hack-and-Slash-Manier <\/strong>haue ich die Mutanten mit wiederholtem Dr\u00fccken derselben Taste aus ihren angefressenen Latschen und bet\u00e4tige die Ausweichrolle, wenn ein durch ein Audio-Signal und rotes Leuchten markierter Gegenangriff erfolgt. Stimmt mein Timing , werde ich wie bei Bayonetta<\/a> oder\u00a0Final Fantasy 16<\/a> mit einem Zeitlupeneffekt belohnt.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Tiefgang bieten die Auseinandersetzungen trotzdem nicht. Es gibt keine Heilitems oder andere Gegenst\u00e4nde und das Elementarsystem ist genauso unterkomplex wie die Handvoll Spezialattacken, mit denen sich normale Gegner spielend leicht ausschalten lassen. Dass Eternights selbst auf der normalen Schwierigkeitsstufe \u00fcberraschend knackig sein kann, liegt daran, dass ihr mit Yunas Zaubern lediglich eine M\u00f6glichkeit zum Heilen<\/strong> besitzt und euch deshalb nur wenige Fehler leisten k\u00f6nnt. Derweil punkten die Apokalypse-Zombies zwar mit abgefahrenem Kreaturen-Design, verlassen sich aber leider auf die immer gleichen Angriffsmuster. Und auch die extrem lineare Levelstruktur<\/strong> mit einigen wenigen R\u00e4tseln dazwischen tr\u00e4gt nicht dazu bei, die Dungeon-Monotonie zu unterbrechen.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p> \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Ab und an gl\u00e4nzt das Spiel dann aber auch mit gezeichneten Anime-Zwischensequenzen und Standbildern bei besonderen Date-Momenten. Die sind nicht nur sch\u00f6n anzuschauen<\/strong>, sondern verleihen den Figuren abseits ihrer schlichten Charakter-Modelle auch ein bisschen mehr Authentizit\u00e4t und verankern sie st\u00e4rker in der Welt. Mehr davon w\u00e4re nett gewesen, allerdings ist Eternights mit seinen rund zehn Stunden nun wirklich kein langes Spiel und bei \u00dcbergebrauch k\u00f6nnen solche Momente schnell ihre Besonderheit einb\u00fc\u00dfen. Und auch wenn sich die Zwischensequenzen nat\u00fcrlich nicht mit den gro\u00dfen Anime-Produktionen messen k\u00f6nnen, sind sie f\u00fcr die Gr\u00f6\u00dfe von Studio Sai erstaunlich kompetent<\/strong> geworden.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Gro\u00dfes Lob verdient derweil die Synchronisation von Eternights. Zum einen ist der Gro\u00dfteil des Spiels vertont, was f\u00fcr einen Titel dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung beileibe keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist. Zum anderen hat man sich f\u00fcr die englische Sprachausgabe ein paar echte Ausnahmetalente <\/strong>gesichert, die Fans nat\u00fcrlich bereits aus anderen Genre-Vertretern kennen d\u00fcrften. Die Sprecherinnen Xanthe Huynh (Min) und Elizabeth Maxwell (Aria) sind beispielsweise beide in Persona 5 zu h\u00f6ren, Aleks Le (Yohan) durfte vor kurzem Luke in Street Fighter 6<\/a> vertonen und Kira Buckland (Sia) leiht 2B in NieR: Automata<\/a> ihre Stimme. Angesichts der Erfahrung liefern die erw\u00e4hnten Sprecherinnen und der Rest des Ensembles eine grandiose Performance<\/strong>, die man nicht stummschalten sollte.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n Dagegen h\u00e4lt sich der Soundtrack eher im Hintergrund: Ab und an schallt ein chilliger Elektronikbeat mit Saxophonnuancen <\/strong>aus den Lautsprechern, der nat\u00fcrlich wieder Erinnerungen an Persona 5 weckt; in r\u00fchrseligen Momenten verl\u00e4sst sich Eternights eher auf sanfte Klavierkl\u00e4nge. Sprintet ihr durch einen der Dungeons oder messt euch mit Mutanten, ist auch musikalisch Hektik angesagt, der es aber nicht gelingt, dauerhaft im Geh\u00f6rgang zu verweilen. Damit bleibt der Soundtrack angenehme, aber wenig aufregende Untermalung f\u00fcr das visuelle Geschehen.<\/p>\n \u00a0<\/p>\n \u00a0<\/p>\n\n Eternights ist keine Alternative zu Persona oder gar ein Konkurrent: Es ist der Versuch eines leidenschaftlichen Fans, bei dem Ambitionen und Erfahrung aufeinanderprallen und ein unausgeglichenes Ergebnis mit viel Liebe zur Vorlage geschaffen haben. Die Dialoge sind manchmal herrlich gef\u00fchlvoll, manchmal absurd lustig und manchmal zum Fremdsch\u00e4men unangenehm. Gezeichnete Standbilder und Zwischensequenzen passen nicht zu den billigen Gesichtsanimationen und das Kampfsystem kann zwar eine spa\u00dfige Sogwirkung entfalten, punktet aber weder mit Komplexit\u00e4t noch mit Abwechslung. W\u00e4re das Spiel nicht zehn, sondern zwanzig oder gar drei\u00dfig Stunden lang, w\u00fcrde es aufgrund der schwankenden Qualit\u00e4t wohl wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Doch wer mit den richtigen Erwartungen an Eternights herangeht, bekommt eine spa\u00dfige, wenn auch simple Mischung aus Dating-Sim und Dungeon-Crawler geboten, die sich nie zu ernst nimmt und trotz offenkundiger Schw\u00e4chen mit einer gro\u00dfen Portion Herz und Humor punkten kann.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n Eine simple Mischung aus Dating-Sim und Dungeon-Crawler, die trotz einiger offenkundiger Schw\u00e4chen mit einer gro\u00dfen Portion Herz und Humor punkten kann. <\/p><\/div><\/div> <\/figure>\n
Kalendarisches Kennenlernen<\/h2>\n
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Wankelm\u00fctiges Writing<\/h2>\n
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Ist das Kampfsystem erst routiniert, spielts sich v\u00f6llig ungeniert<\/h2>\n
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Die Stra\u00dfen sind rot, die Lichter sind blau\u2026<\/h2>\n
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\u2026die Synchro ist top und der Soundtrack ist lau<\/h2>\n
Das E steht f\u00fcr Extra-Einsatz<\/h2>\n
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Fazit<\/strong><\/h3>\n\n\n
Wertung<\/strong><\/h3>
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