Nach diversen Neuveröffentlichungen und Fortsetzungen (z.B. für den DS) bekommt also auch Nintendos Hybrid-Konsole einen Nachfolger. Wie früher hüpft man unter Zeitdruck aus der Seitenansicht durch kleine Labyrinthe und schießt Kaugummiblasen ab. Hat man einen Widersacher getroffen, schwebt dieser zappelnd im Ballon in Richtung Decke.
Dann heißt es nichts wie hinterher – und man springt mit dem stacheligen Panzer der Urzeitechsen dagegen, um den Gegner auszuschalten. Erledigt man das nicht rechtzeitig, befreit er sich wieder aus seinem runden Gefängnis. Die Blasen lassen sich außerdem prima als Trampolin benutzen, um schneller auf den oberen Bildschirm zu gelangen.
Hey, Oppa!
Freischaltbare spezielle Blasen schießt man diesmal per Schultertaste ab, nachdem man sich vor einem Durchgang für eine Spezialfähigkeit entschieden hat. Dazu gehört eine weiter fliegende Blase, ein fetter Blitz, der horizontal alle Gegner grillt oder der temporäre Stopp nerviger Luftströme. Dieses neue System wirkt aber nicht viel spaßiger oder durchdachter als die klassisch im Level schwebenden Extras von früher.
Auch darüber hinaus bleibt die Square-Enix-Tochter Taito diesmal ziemlich minimalistisch. Anders als in Bubble Bobble Double Shot muss man weder auf bestimmte Farbblasen achten, noch eingestreute Minispiele bestreiten. Zudem sind die 100 kurzen Levels schon nach wenigen Stunden durchgespielt; danach folgt aber immerhin ein kniffligerer Modus mit Remixes der Levels.
Minimalistisch aber albern
Nach einem gemächlichen Einstieg kann man schon mal ins Fluchen kommen, denn der Schwierigkeitsgrades steigt später ziemlich steil an. Einsteiger dürfen sich allerdings mit einem Cheat-Modus im Mario-Stil durchmogeln. Ein kleines Highlight ist natürlich die Möglichkeit, kooperativ mit bis zu vier Spielern herumzuwuseln. Spielt man auf dem Schirm der Konsole, macht sich die schlichte Grafik bezahlt, da man trotz der geringen Größe noch genug erkennt. Lediglich bei den filigranen transparenten Plattformen wird es dann zu fitzelig: Sie werden auch für kleine Puzzles genutzt, bei denen man z.B. schwebende Bomben im passenden Moment durch Lücken zu unerreichbaren Gegnerschwärmen schiebt. Mal handelt es sich dabei um wild abprallende Blüten, anderswo um Mini-Panzer oder aufdringliche Haubitzen, die ihr Gebiss verschießen. Von solchen Kniffen abgesehen bleibt das Level-Design aber einfach gestrickt.
Das Spiel konzentriert sich also auf die Geschicklichkeit. Trotz allem Minimalismus gibt sich das Design übrigens angenehm albern: Neben knuffigen Animationen und japanischen ausrufen („Hey, Oppa!“) können auch die Musikstücke überzeugen – natürlich inklusive Remix des legendären Ohrwurmthemas und sogar mit disharmonisch interpretierten Moll-Passagen. Ebenfalls enthalten ist das Arcade-Original für bis zu zwei Spieler, das trotz des seltsam großen Randes offenbar authentisch emuliert wird.
Ist nebenbei auch keine 30 Euro wert. Bei 10-15 können wir reden, da es nicht nur das Arcade Rom ist.
40€ ist jedenfalls die UVP der Standardversion.
Bubble Bobble gehört zu den Spielen, bei dem ich die Titelmusik nicht aus meinem Kopf bekomme. Auch wenn ich das Spiel dahinter vielleicht nur einmal vor Urzeiten gespielt habe.
Fuck yeah, Bubble Bobble! Immer noch ein super Mehrspielerspaß.